Die eMTB Transalp 2024
Ein Erlebnisbericht von Claus Fleischer
Wenn es eine Herausforderung gibt, die den Geist des Mountainbikens perfekt verkörpert, dann ist es die seit 1998 stattfindende Bike Transalp, in der sowohl die physischen Grenzen als auch die technischen Fähigkeiten getestet werden. 2024 stand ein besonderes Highlight auf dem Programm: Zum ersten Mal gab es eine eigene Kategorie für eMTBs – die eMTB Transalp.
Eine Woche lang durfte ich, Claus Fleischer, CEO von Bosch eBike Systems gemeinsam mit Philipp Foltz, Mountainbike-Profi und Veranstalter von Atlantic Cycling auf La Palma, die einzigartige Schönheit der Alpen erleben – und hier davon berichten.
Aus den Köpfen auf den Trail
10 Jahre Uphill Flow

Bei Bosch eBike Systems arbeiten viele begeisterte Mountainbiker. Uns eint ein Anspruch: Die Grenzen der eMTB-Technologie ausloten. Die Bike Transalp zieht seit über zwei Jahrzehnten die Elite des Mountainbikesports an. Für uns also die beste Gelegenheit, diesen Anspruch in die Tat umzusetzen. Dabei wollen wir Höhenmeter bezwingenden, Uphill Flow erleben und dabei die atemberaubende Naturkulisse genießen.
Das 10-jährige Jubiläum von Uphill Flow bietet zudem den perfekten Anlass, diesen runden Geburtstag mit der Erstauflage der eMTB Transalp zu verbinden. Vor zehn Jahren wurde die Idee geboren, dass Mountainbiking nicht nur bergab, sondern auch bergauf ein Flow-Erlebnis sein kann. Die eMTB Transalp soll zeigen, dass diese Vision heute Realität ist.
Die perfekte Vorbereitung:
Technik, Training und Teamgeist
Jetzt waren wir gefordert – und deshalb scheuten wir bei der Vorbereitung keinerlei Anstrengungen. Zwei identische Simplon eBikes, Modell Rapcon Pmax, wurden speziell für dieses Abenteuer aufgebaut. Wir haben sie bis ins kleinste Detail optimiert, um den Herausforderungen einer Alpenüberquerung gerecht zu werden.
Ausgestattet mit der Bosch Performance Line CX Race Limited Edition und der Powertube 750 für die nötige Power in den Stages. Mit Purion 200 und Kiox 300 als Display-Setup setzten wir auf präzise Navigation mit der eBike Flow App, um keine Abzweigung zu verpassen. Außerdem konnten wir durch die eBike Flow App unsere Fahrmodi individuell abstimmen. Das gab uns die nötige Flexibilität, um auf die unterschiedlichen Anforderungen jeder Strecke optimal zu reagieren. Ergänzt wurde unser eBike-System mit ABS Pro, das für die nötige Kontrolle auf jedem Terrain und bei anspruchsvolleren Abfahrten sorgte.
eMTB Transalp Kombination von Claus Fleischer
Etappe 1 – Ehrwald nach Imst
Der perfekte Startschuss

Mit Vorfreude und einer Prise Nervenkitzel ging es in Ehrwald los. Vor uns lagen 73 Kilometer und satte 2.162 Höhenmeter bis nach Imst – die pure Schönheit der Alpenlandschaft mit Almwiesen und imposanten Felswänden inklusive. Das Wetter spielte mit, die Stimmung war top.

Die erste Power Stage ließ uns mit 150 Höhenmetern auf 5 Kilometern warm werden und gab einen Vorgeschmack auf die nächsten Tage. Entspannt und voller Tatendrang ließen wir den ersten Tag bei einem wohlverdienten Bier ausklingen.
Etappe 2 – Imst nach Nauders
Die Challenge wird spürbar

Die zweite Etappe brachte uns auf 77 Kilometern mit 2.467 Höhenmetern tiefer in die alpine Landschaft. Die Berge wurden höher, die Täler tiefer – ein deutlicher Anstieg an Herausforderung, aber wir waren bereit. Power Stage 2 forderte uns noch mehr: Mit 250 Höhenmetern bergauf und bergab zeigte sie, dass das Rennen ernst wurde. Die Mischung aus Flow und Herausforderung war perfekt – und der Tag endete mit einem breiten Grinsen auf unseren Gesichtern.
Etappe 3 – von Nauders nach Reschen
Regen und Rutschen
Am dritten Tag erwartete uns eine besondere Herausforderung: 50 Kilometer und 2.081 Höhenmeter lagen vor uns, über Nacht hatte es geregnet und die Strecke war stellenweise rutschig. Dazu kam mit Power Stage 3 eine echte Prüfung: 20 Kilometer, 650 Höhenmetern bergauf und satte 1.070 Höhenmeter bergab. Im Enduro Park am Reschen, durch den uns diese Power Stage führte, waren nicht nur Technik und Geschicklichkeit, sondern auch volle Konzentration gefragt.
Trotz der schwierigen Bedingungen hatten wir Glück: Der Regen ließ nach und die Strecke trocknete schneller als erwartet. Die Abfahrten wurden wieder griffiger und wir konnten uns voll auf die technischen Passagen fokussieren. Am Etappenziel angekommen wurde uns erst klar, wie vollgeladen mit Adrenalin und Anpassung der Tag eigentlich war. Voller Stolz fielen wir ins Bett.
Etappe 4 – Reschen nach Bormio
Grenzen austesten
Die vierte Etappe war eine der längsten und anspruchsvollsten: 90 Kilometer und 2.611 Höhenmeter führten uns von Reschen nach Bormio. Die Power Stage 4, vom Val Müstair ins Val Mora bis zum Lago San Giacomo, war zudem mit 23 Kilometern und 850 Höhenmetern nach oben eine der härtesten Challenges der gesamten eMTB Transalp.
Doch die atemberaubenden Ausblicke und die unberührte Natur machten jede Anstrengung mehr als wett: Wir fuhren durch einsame Täler, vorbei an glitzernden Bergseen und durch schattige Wälder. Die Etappe verlangte uns alles ab, doch die Freude über das Erreichte und die Schönheit der Natur machten die Strapazen fast vergessen. Dennoch war der vierte Tag ein echter Test für Körper und Geist.
Etappe 5 – Bormio nach Malé
Die Königsetappe

Das Herzstück der Transalp wartete am fünften Tag auf uns: die Königsetappe. 96,5 Kilometer, 3.245 Höhenmeter und der legendäre Gavia Pass standen auf dem Plan. Die Power Stage über 16 Kilometer mit 800 Höhenmetern rauf und 700 runter war ein echter Härtetest. Ein Schaltwerk-Defekt kostete uns Zeit, aber wir ließen uns nicht unterkriegen. Der Trail war brutal, ein echter Kraftakt – aber für Enduro-Fans wie uns ein einziges Abenteuer. Es war die pure Essenz der eMTB Transalp: Herausforderung und Triumph, mit einem Lächeln im Gesicht.
Etappe 6 – Malé nach Roncone
Tief in die Natur eintauchen

An Tag sechs hieß es: von Malé im Val di Sole ab nach Roncone im Valle del Chiese. Die Strecke zog sich über 68 Kilometern und 2.502 Höhenmeter. Die Trails waren verblockt, wurzelig und steil – perfekt für um eMTB-Power und den Uphill Flow auf den Prüfstand zu stellen. Power Stage 6 forderte uns zusätzlich mit 26 Kilometern und 700 Höhenmetern bergauf sowie 1.300 bergab.

Wir tauchten tief in die Natur des Trentino ein, vorbei an atemberaubenden Gipfeln und durch dichte Wälder. Leider mussten wir uns mit zwei platten Reifen herumschlagen. Doch auch das konnte unsere Stimmung nicht trüben, denn das Gefühl, diese Etappe mit unseren eMTBs zu meistern, war einfach unbeschreiblich. Der Tag war eine perfekte Kombination aus technischen Trails und purem Fahrspaß.
Etappe 7: Roncone nach Arco
Das große Finale
Roncone nach Arco – der letzte Tag, die siebte Etappe: 57 Kilometer und 1.880 Höhenmeter lagen noch zwischen uns und dem Ziel. Die Zeitwertung begann direkt nach dem Start. Also legten wir alles in die Power Stage 7 mit 20 Kilometern und 900 Höhenmetern bergauf sowie 850 bergab.
Die Strecke führte uns über Schotterpisten und Trails, vorbei an Weinbergen und Olivenhainen. Das Ziel vor Augen, spürten wir eine Mischung aus Erleichterung und Wehmut, denn die eMTB Transalp 2024 neigte sich dem Ende zu. Doch mit jedem Meter, den wir dem Ziel näherkamen, wuchs die Freude. Wir waren zügig, konstant und sturzfrei unterwegs. Und als wir schließlich in Arco ankamen, wussten wir: Dieses Abenteuer wird uns für immer in Erinnerung bleiben.
Fazit:
Technologische Fortschritte und Vorteile des eMTBs
Die eMTB Transalp 2024 hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie weit sich die Technologie von eMountainbikes in den letzten Jahren entwickelt hat und welche Vorteile sie bei solch anspruchsvollen Abenteuern bietet. In sieben Tagen haben wir 520 Kilometer zurückgelegt und dabei 17.200 Höhenmeter überwunden sowie 18 alpine Trails gemeistert.
Die heutigen eMTBs ermöglichen es Fahrern, auch schwierige und steile Passagen mit mehr Leichtigkeit zu meistern, ohne dabei an Fahrspaß oder Sicherheit zu verlieren. Die leistungsstarke Motorunterstützung macht es möglich, lange und fordernde Anstiege effizient zu bewältigen, während gleichzeitig die technischen Abfahrten sicher und kontrolliert gefahren werden können.
Ein weiterer Vorteil der modernen E-Mountainbike-Technologie ist die Möglichkeit, selbst entlegene und anspruchsvolle alpine Regionen zu erkunden, die früher nur sehr erfahrenen und extrem fitten Fahrern vorbehalten waren. Dank der technischen Unterstützung können nun auch ambitionierte Hobbyfahrer solche Abenteuer angehen und die atemberaubende Natur der Alpen in vollen Zügen genießen.
Zusammenfassend hat die eMTB Transalp 2024 gezeigt, dass E-Mountainbikes nicht nur eine Unterstützung für den Fahrer bieten, sondern das gesamte Erlebnis einer Alpenüberquerung auf ein neues Niveau heben. Die technologischen Fortschritte der letzten Jahre haben es ermöglicht, anspruchsvolle Abenteuer wie dieses mit mehr Effizienz, Sicherheit und Freude zu erleben – ein perfekter Rahmen, um 10 Jahre Uphill Flow gebührend zu feiern.