Bikepark Geisskopf

Der weltweit erste

Uphill Flow Trail

Die Idee

Manchmal braucht es nicht mehr als einen Vermittler und so brachte Stefan Schlie zwei Bike-Enthusiasten zusammen: Diddie Schneider, seines Zeichens Traildesigner und Streckenbauer, und Claus Fleischer, CEO von Bosch eBike Systems. Unabhängig voneinander arbeiteten sie seit Jahren schon am Flow. Diddie Schneider über abfahrtsorientierte Strecken auf denen Anfänger, Familien, aber eben auch fortgeschrittene Mountainbiker Spaß haben.

Claus Fleischer und Stefan Schlie mit der Entwicklung des leistungsstarken und speziell für eMountainbikes entwickelten Performance CX - Antriebes, der es Mountainbikern aller Couleur ermöglicht den Uphill Flow zu erleben. Im Herbst 2015 trafen sich die drei im MTB Zone Bikepark Geißkopf und arbeiteten gemeinsam an der Idee einer Uphill Flow Strecke.

Sie wollten ein Zusatzangebot schaffen, mit welchem möglichst viele Aktivsportler Uphill Flow in sicherer Umgebung erleben könnten. Sie fuhren ausgiebig, tauschten sich aus und begannen mit der Ausarbeitung eines Konzeptes.

Unter der Woche bei schlechtem Wetter konnten sie die Parkstrecken in verkehrter Richtung fahren und so festlegen was ihnen an welcher Stelle gefällt und welche Elemente ein Uphill Flow Trail benötigt.

 

„Flow ist ein individuelles Wohlgefühl.“

Stefan Schlie

So entstand der Uphill Flow Trail

Konzeption

Eine Strecke zu konzipieren ist ein anspruchsvoller Job. Vor allem, wenn man bedenkt, dass mit dem Uphill Flow Trail eine Strecke konzipiert werden soll, die es so noch nicht gibt. Es würde eine Pionierleistung werden mit klaren Zielsetzungen. Die Strecke sollte in die Natur eingebettet werden. So sollte der Bau und seine Wartung nachhaltig geschehen, seine Eigenheiten sollten von den Nutzern entsprechend positiv wahrgenommen werden und den Blick lenken.

Die Strecke sollte sowohl Einsteiger, Familien, aber auch sehr fortgeschrittene Fahrer ansprechen. Die sicherlich schwierigste Aufgabe bestand darin eine Strecke zu konzipieren, die Uphill Flow vermittelte. Also eine Strecke, die den Spagat zwischen geringer Schwierigkeit für alle, aber eben auch Herausforderung schafft, das sie für diesen Zustand benötigen. Die Ruhe und Abgeschiedenheit, aber auch die notwendige Sicherheit.

Planung: Nachhaltigkeit

Nach der Konzeption ging es an die Planung. Hier wurde in einem ersten Schritt allen vor Ort Beteiligten das Konzept erläutert. Der Flächenbedarf und -verlauf wurden skizziert, ebenso die mutmaßlichen Chancen und Risiken für die vor Ort Involvierten. Der Liftbetreiber vor Ort zeigte sich überzeugt, dass auch eine eBike-Strecke mehr Menschen, und vor allem Breitensportler anziehen würde. Davon würden alle vor Ort profitieren. In einem nächsten Schritt wurde gemeinsam mit dem Forst der Streckenverlauf fixiert.

Es wurden in diesem wenig bewirtschafteten Waldstück vor allem Naturschutzbelange ins Auge gefasst und versucht die Eingriffe so gering wie möglich und in der Nähe von bereits vorhandenen Trassen zu führen, so dass der Einfluss auf die Fauna vor Ort so gering wie möglich bleibt. Die Arbeit an der Strecke wurde von Anfang an mit Maschineneinsatz geplant. Durch den Einsatz eines Baggers kann die Strecke in einer Trasse nachhaltig geführt und gebaut werden um den anschließenden Pflegeeinsatz so gering wie möglich zu halten. So konnte die intensive Arbeit auf einen begrenzten Zeitraum eingeschränkt werden, und der Natur anschließend viel Zeit zur Regeneration gegeben werden. Nach dem Maschineneinsatz darf die Natur sich einen Teil der Strecke zurücknehmen, so bleibt der Flächenverbrauch gering und die Nutzer haben ein größeres Naturerlebnis.

Das Genehmigungsverfahren verlief aufgrund der lückenlosen Vorplanung völlig problemlos, so dass bereits im März mit dem Bau begonnen werden konnte.

Planung: Nutzergruppen

Verschiedene Nutzer- und Zielgruppen mussten bei der Konzeption und Planung schon mit berücksichtig werden. Der lokale Tourismus, sowie Unterkünfte und Gastwirtschaften waren vom Angebot begeistert, aber auch lokale Bikegruppen zeigten sich angetan vom Zusatzangebot. Mit Forst, Jagd und Naturschutz konnte über die Streckenführung und den nachhaltigen Bau eine Einigung erzielt werden. Wichtiger noch bei der Planung waren die Zielgruppen des Uphill Flow Trails.

Ziel war nicht nur gestandene Mountainbiker anzusprechen, sondern auch aktive Breitensportler die man über dieses spaßorientierte Angebot gern zum Mountainbiken bewegen möchte. So wurde der Streckenverlauf von Anfang an mit verschiedenen Varianten geplant. Die Hauptstrecke soll möglichst niedrigschwellig und spaßig sein, flüssig zu fahren und ohne Hindernisse. Eine Variante kommt mit natürlichen Elementen und technischem Anspruch und wird getoppt von einer Variante mit Trialelementen, an denen sich versierte Mountainbiker sicher probieren können.

Spezialelemente

Um Abwechslung und Spaß für verschiedene Könnensstufen zu erreichen, wurden neben den Varianten auch spezifische Elemente in die Strecke integriert. So finden sich zahlreiche Anliegerkurven, die vor allem mit einem entsprechend durchzugsstarken Antrieb, wie dem Performance CX ein Grinsen ins Gesicht zaubern. Zudem finden sich Wellenkombinationen und diverse Wechsel verschiedener Anliegerkurven. 

So wird eine dreidimensionale Streckenführung gewährleistet, die den eMountainbikern immer wieder neue Erfahrungen vermittelt. Auch sogenannte Tables, also Sprünge mit einer sicheren Landung, sollte man zu kurz springen, finden sich auf der Strecke. Auch dieses Element wäre ohne ein eBike in einem Uphill Trail nicht möglich. Spannend für viele sind sicherlich die Wallrides, Anliegerkurven aus Holz, die den Blick auf das darunterliegende Tal freigeben. In den technischeren Varianten finden sich Wurzelpassagen, Felsen und andere natürliche Herausforderungen zum Spielen. Diese Elemente wurden im Juni von allen Beteiligten ausgiebig getestet. Man wollte während der Bauphase sichergehen, dass dieses Pilotprojekt am Ende auch wirklich funktioniert. So wurden Teilabschnitte immer wieder befahren und feinjustiert um aus diesen Erfahrungen zu lernen.

Varianten

Da der Uphill Flow Trail nicht nur Anfänger oder nicht nur technisch fortgeschrittene Mountainbiker ansprechen soll wurden von Anfang an Varianten konzipiert. So gibt es zu ca. 20 % der Trailstrecke technisch anspruchsvoller Varianten. Diese sind unterteilt in die Schwierigkeiten rot und schwarz. Rot bezeichnet die Naturvariante mit Wurzelfeldern, Steinen, schmaleren Stegen und naturbelassenem Untergrund. Diese ist immer noch flüssig fahrbar, aber noch etwas näher an der Natur und technisch anspruchsvoller.

Die schwarze Variante kommt dann schon mit Trialelementen, bei denen nicht jedes Auf Anhieb gemeistert werden kann. Hier finden sich Herausforderungen für versierte eMountainbiker, die ihren Antrieb und ihre Fahrtechnik fordern möchten. Die Abzweigungen sind großzügig gekennzeichnet und die Wiederzusammenführungen der Strecke an äußerst übersichtlichen Stellen. Der Vorteil dieser Varianten findet sich auch in der Natur, die hervorragende Linien vorgibt, die lediglich fein modifiziert werden mussten. Teilweise konnten über diese Varianten auch noch mal ganz einzigartige Abschnitte erschlossen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bau: Holzelemente

Holzelemente erfüllen beim Streckenbau verschiedene Funktionen. Einerseits bieten sie ein herausforderndes und spaßiges Element für eMountainbiker. Die Strecke wird dadurch abwechslungsreicher. Darüber hinaus können sie aber auch sensible Gebiete wie Moore und andere Feuchtgebiete schützen. Wir nutzen beim Uphill Flow Trail beide Arten von Holzelementen.

Wir haben Wallrides, die einfach nur Spaß machen und einen tollen Blick bieten. Zudem haben wir aber auch längere Brücken, die Bäche und Feuchtgebiete überwinden. So verdichten wir an diesen Stellen den Boden nicht und können dennoch diese landschaftlich attraktiven Gebiete nutzen. Das Holz kommt direkt hier aus der Waldproduktion und wird vor Ort zugesägt, vorbereitet und verbaut. Die Haltbarkeit beträgt bei einer sauberen Bauweise abhängig von Standort, Wetter und Holzart mehrere Jahre. Auch hier kommen wir natürlich nicht ohne Maschineneinsatz aus, den Zuschnitt erledigen wir allerdings an großen Wendeplätzen um die Tierwelt nicht unnötig aufzuschrecken.

Bau: Streckenführung

Die Streckenführung ist für Diddie Schneider am komplexesten und kaum zu beschreiben. Ihm ist es wichtig eine Strecke dreidimensional zu planen und umzusetzen. So werden der Kopf und Körper ständig gefordert, auch wenn der Untergrund sehr zugänglich ist. Gerne vergleicht er diese dreidimensionale Bewegung mit dem Wiegen als Baby. Hier liegt für ihn auch das Flow-Geheimnis einer solchen Strecke, ähnlich dem Wedeln beim Skifahren.

Neben der Dreidimensionalität ist die Strecke so geführt, dass die Abriegelgeschwindigkeit nicht erreicht wird. Auch wurde in Kurven der Platzbedarf zum Pedalieren beachtet, ebenso ein Sicherheitsspielraum am Rand der Strecke. Diese wächst zwar seitlich wieder leicht zu, allerdings nur mit maximal hüfthohem Buschwerk ohne knochiges Gehölz. Komplex gestaltete sich auch die Einbindung der Varianten und deren sichere Zusammenführung. Hier fanden sich jeweils sehr übersichtliche und lichte Stellen, an denen die Geschwindigkeit durch entsprechende Bauweise noch einmal reduziert wurde, um diese wieder zu vereinen.

Bau: Beständigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit hatten wir schon einmal. Hier soll es aus Nutzer- und Streckenbauersicht beleuchtet werden. Die Hauptstrecke, also die blaue Variante wurde mit dem Bagger gebaut. Hierfür wird die Humusschicht abgetragen, da diese sonst bei zahlreichen Fahrten und Regen einfach erodiert und sich immer stärker auswäscht. Diese Trasse wurde anschließend per Hand nachgearbeitet und für einen geregelten Wasserablauf an neuralgischen Stellen drainagiert.

Abschließend wurde eine Brechsandschicht aufgetragen, die, einmal verdichtet, äußerst widerstandsfähig ist und den Boden vor Erosion schützt. Die Strecke kann so auch bei Regen und anderen widrigen Witterungsbedingungen gefahren werden. Gesandet wurde im Herbst, so dass der Frost über den Winter für eine weitere Verdichtung sorgt, dieses Stehenlassen im Frost ist ideal um eine besonders widerstandsfähige Strecke zu erhalten. Da die Strecke nicht die gesamte Breite der Baggertrasse benötigt wächst ein Teil einfach wieder zu, so dass der Uphill Flow Trail ein waschechter Singletrail bleibt. Auch die Holzelemente sorgen für geringen Pflegeaufwand und eine gut befahrbare Strecke. So werden Schlammlöcher und Moore überfahren und dank der Präparierung mit Hasendraht bleiben auch die Holzelemente bei Feuchtigkeit sicher befahrbar.

Das Thema Feuchtigkeit war übrigens ein großes Thema während des Baus. So wurden wir mehr als einmal von Regen überrascht und mussten die Arbeit unterbrechen. Diese Unwägbarkeiten gehören beim Streckenbau aber einfach mit dazu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zusatzangebot

Der Uphill Flow Trail wird ein Zusatzangebot in einer Region sein, die sich im Bereich Mountainbiken engagiert und eine tolle lokale Szene hat. Er ist dazu gedacht, dass Interessierte einen niedrigschwelligen und sicheren Zugang finden. Er ist dafür da, dass technisch versierte Biker an ihrer Fahrtechnik arbeiten können und trainieren. Und vor allem soll er eine Möglichkeit bieten ganze Familien und Freundeskreise in einem Park zusammenzubringen. Wichtig ist allen Beteiligten, dass der Uphill Flow Trail eben als solches Zusatzangebot in die Region integriert ist.

Er hat keinen negativen Einfluss auf das freie Betretungsrecht und das Agieren von Tourismus, Jagd und Forst vor Ort. Er soll eher, nach schottischem Vorbild eMountainbiker versierter machen und technisch fitter für entsprechende Naturwege. Der MTB Zone Bikepark Geißkopf ist dafür ideal, ist er doch seit jeher ein Begegnungsort verschiedener Naturnutzer und eines respektvollen Miteinanders. Die Integration als Zusatzangebot konnten wir im Juni bereits selber testen. So erkundeten wir anschließend noch länger die umliegenden Wege und anschließend die vielseitigen Bikeparkstrecken, kamen allerdings immer wieder zu den beiden Flow Strecken zurück. Garantierten sie uns doch dieses einzigartige Glücksgefühl.

Integration Bikepark

Der Uphill Flow Trail ist keine alleinstehende Strecke, sondern eingebunden in den MTB Zone Bikepark Geißkopf und das umliegende, vorhandene Wegenetz. Der Trail endet am Gipfel des Geißkopf mit Weitblicken bis zum Arbermassiv, dem höchsten Berg des Bayerischen Waldes. Oben am Gipfel beginnen die bereits vorhandenen Strecken des Bikeparks. So kann ähnlich flowig über den Flow Country Trail hinabgesurft werden, wer es anspruchsvoller und naturbelassener mag befährt die Freeride oder Downhill Strecke.

Für den Uphill Flow Trail wurde eine spezielle Beschilderung erarbeitet, mit der die Richtung angezeigt wird und die verhindern soll, dass die Strecke in die falsche Richtung befahren wird. Auch das Streckendesign soll dies verhindern, so gibt es lediglich im untersten Teil Wegquerungen und Einstiegsmöglichkeiten, zudem nutzt der Trail ein etwas weiter entferntes Waldstück und kommt erst zum Schluss hin in Richtung Gipfel zurück. Die Gastronomie und Berghütten sind ebenso erreichbar, am Fuß und am Gipfel des Berges. Perfekt eingebettet also.

Angebot Umkreis (Familien)

Wichtig war es auch den Uphill Flow Trail zugänglich zu gestalten und in ein Angebot zu integrieren, das die ganze Familie anspricht. So finden sich rund um den Geißkopf verschiedene Aktivsportangebote. Es gibt eine Sommerrodelbahn, einen Bogenparcours und ein großes Wanderwegenetz. Erwachsene können in der Nähe Brauereien und Brennereien besichtigen oder als Familie den Abenteuerspielplatz im nahe gelegenen Bischofsmais nutzen. Der MTB Zone Bikepark Geißkopf bietet eine Kinderstrecke, einen Pumptrack und einen großen Übungsbereich.

Auch die Strecken im Park bieten eine große Vielfalt, sowohl für Anfänger, aber auch für sehr fortgeschrittene Mountainbiker. Dank der lediglich 200 m Höhenunterschied kann sich jeder nach Lust und Fahrkönnen ausprobieren und man trifft sich doch immer wieder.

Meilensteine

2015

Bike Festival Willingen 2015
Claus Fleischer und Stefan Schlie sprechen zum ersten Mal mit Diddie Schneider über die Idee eines Uphill Flow Trails.

Herbst 2015
Treffen am MTB Zone Bikepark Geißkopf. Gemeinsam fährt man den Flow Country Trail nach oben und auch andere, umliegende Strecken, um zu testen ob und wie ein Uphill Flow Trail funktionieren kann.

Winter 2015/2016
Gemeinsam legt man die Eckdaten für den Uphill Flow Trail fest. Zielgruppe, Varianten und Elemente werden in mehreren gemeinsamen Treffen festgelegt.

2016

Januar 2016

Begehung des Geländes mit dem örtlichen Forstvorstand Alexander Achatz. Festlegung eines Korridors für den Bau unter Berücksichtigung von Naturschutzbelangen und forstwirtschaftlichen Gesichtspunkten.

Februar 2016
Baugenehmigung für den Uphill Flow Trail.

21. März 2016
erster Spaten-bzw. Baggerstich zum Bau des Uphill Flow Trails .

Juni 2016
50 % des Trails sind fertiggestellt. Claus Fleischer und Stefan Schlie fahren diese erstmals und sind begeistert. Anschließend werden weitere Varianten und die Beschilderung konzipiert.

Oktober 2016
pünktlich vor dem ersten Schnee des Jahres im Bayerischen Wald wird die Hauptlinie fertiggestellt. Die Strecke und der Brechsand können sich nun über den Winter setzen.

2017

März 2017

Zusätzliche Varianten und die letzten Arbeiten werden nach dem letzten Schnee noch umgesetzt.

April 2017
Die Beschilderung wird angebracht, Wallrides präpariert und letzte Probefahrten unternommen. Die Streckeneingänge werden final auch noch einmal von oben angefahren um evtl. Lücken im Sicherheitskonzept aufzutun .

Mai 2017
Eröffnung


Maschinentage

75 Tage


Holzmenge

150² m Holzbelag, 400 lfm


Sandmenge

30 LKW-Ladungen Brechsand aus der Region


Länge

3 km


Höhe

280 hm


Varianten

Ca. 10 % über Varianten befahrbar


Drei Schwierigkeitsgrade

Leichte Hauptlinie, rote und schwarze Varianten

Die Interviews

Interview: Claus Fleischer

1. Was ist denn die Idee hinter Uphill Flow?

Die Idee hinter Uphill Flow ist es den bekannten Begriff „Flow" zu erweitern. „Flow" ist definiert als das Dreieck aus eigenem Anspruch, deinem eigenen fahrtechnischen Können und der Herausforderung des Trails. Und wenn du das Dreieck maximal aufspannst und aus der Unterforderung herauskommst, und nicht in der Überforderung bist, dann bist du im Flow. Und das Konzept haben wir übersetzt in den Uphill Flow. Wir wollen zeigen, dass auch bergauffahren mit dem eMountainbike Spaß macht und das du deine eigenen Grenzen der Fahrtechnik überwinden kannst. Du wirst immer mehr Ehrgeiz haben, um besser hochfahren zu wollen. Und das unterstützt die Technik perfekt. Somit bin ich auch aufwärts plötzlich im Flow. Deswegen nennen wir das Uphill Flow. Wir leben das beim Hochfahren, diese Begeisterung.

2. Gutes Stichwort „Es unterstützt die Technik perfekt". Inwiefern habt ihr in Hinblick auf die Technik den Performance Line CX Antrieb auf eure Idee von Uphill Flow übertragen und angepasst?

Die Idee für die Performance CX entstammte dem eigenen Erlebnis und Fahrspaß den wir mit eMountainbikes hatten.

Stefan Schlie und ich haben vor etwa drei Jahren angefangen damit im Wald zu spielen und haben gemerkt, dass das Hochfahren damit auf einmal viel mehr Spaß macht als Früher. Haben aber auch die Grenzen der damals verfügbaren Systeme gespürt. Stefan konnte das sehr gut raus fahren und so haben wir überlegt was wir eigentlich benötigen. Im Wesentlichen waren das zwei Aspekte. Einmal die Erhöhung vom Drehmoment. Wir haben es Maximum Momentum genannt. Für uns ist es wichtig, dass der Motor genügend Leistung abgibt, also Drehmoment von niedrigen Drehzahlen, wenn du aus der Kurve rausbeschleunigst bis zu hohen Kurbeldrehzahlen, wenn du wirklich schnell fährst und gleichzeitig aber auch die Leistung auf den Boden bringst. Das Drehmoment alleine ist es nicht, sondern die Fahrdynamik und die Regelungstechnik hinten dran. Das nennen wir Trail Control, dass du also in jeder Situation die optimale Unterstützung hast. Und daraus ist Performance CX geworden.

3. Das Ganze wird jetzt auf eine Strecke übertragen. Was ist denn die Idee hinter dem Uphill Flow Trail?

Den Uphill Flow Trail haben wir uns vorgestellt als Möglichkeit die Fahrtechnik in einem Bikepark anzuwenden bzw. zum Erlebnis zu bringen, weil man natürlich in einem Bikepark ganz andere Möglichkeiten hat Strecken so zu bauen, dass du verschiedene Schwierigkeitsgrade darstellen kannst. Man kennt ja das Konzept der Flow eountry Trails, die bergab gehen. Früher ist man Downhill gefahren, dann kamen die Freeridestrecken, denn die Flow eountry Trails. Das Erlebnis wollen wir entsprechend jetzt auch berghoch anbieten. Für uns ist das ein Konzept, um jedem eMountainbiker der sportlich orientiert ist, Fahrtechnik verbessern möchte, diese Möglichkeit des Uphill Flows auch im Bikepark anzubieten. Als Zusatzangebot zu den bisherigen Möglichkeiten.

4. An welche Zielgruppe soll sich der Uphill Flow richten? Wer wird angesprochen?

Im Wesentlichen wollen wir die eher sportlich orientierten eMountainbiker ansprechen. Der Mountainbiker und der eMountainbiker ist in der Regel ein Tourenfahrer, der aber auch mal sportlich fährt. Um hier ein Angebot zu schaffen, haben wir gesagt wir gehen in den Bikepark, hier an den Geißkopf, und bauen diese Strecke für eMountainbiker, die das erstmal ausprobieren wollen. Wir gehen davon aus, dass sich das Konzept bewährt und sich auch weiter in andere Regionen verbreitern lässt.

5. Das ist im Grund auch meine nächste Frage. Ihr seid Antriebshersteller in erster Linie, warum engagiert ihr euch über alle Maße in diesem Bereich, was die Trailetikette den Uphill Flow angeht? Woher kommt dieses Engagement?

Mit dem 1. Teil der Uphill Flow Kampagne in 2014 wollten wir zeigen, was man mit einem eBike machen kann. Das man hoch zu Spaß hat und runter zu auf den Trails keine Einschränkungen spürt. Mit Teil 2 der Uphill Flow Kampagne in 2015 wollten wir zeigen, dass man, wenn man auf Touren ist, in den Alpen fährt, dass es auf Fahrtechnik ankommt und auf Trailetikette, das heißt, was für die Mountainbiker gilt, gilt auch für die eMountainbiker. Gegenseitiger Respekt und Toleranz. Und mit Teil 3 von Uphill Flow das Konzept nochmal erweitern um die Fahrtechnik nochmal in den Mittelpunkt zu stellen. Wir wollen spielerischvermitteln, was es für einen Spaß und Begeisterung schaffen kann. Für uns als Antriebshersteller ist es sehr einfach -wir haben viel Spaß damit, dass wir uns damit auch einen kleinen Traum selbst verwirklichen können.

6. Wie ist der Eindruck der Strecke bisher?

Der Eindruck der Strecke bisher ist sehr gut. Wir sind heute einige wesentliche Passagen gefahren. Diddie Schneider hat hier wirklich ein tolles Konzept umgesetzt und die Ideen die wir gemeinsam im letzten Jahr und im Winter gehabt haben, kann man jetzt schon spüren. Es ist schon toll, wenn man aus der Kurve rausbeschleunigt und am Berg der Antrieb wirklich die Unterstützung bringt wie man es sich vorgestellt hat. Wenn man die Anlieger oben fährt und man kann durch die Kurve durch pedallieren und kommt mit Schwung in die nächste Schikane. Also wirklich toll, das ist genau das was wir uns vorgestellt haben.

7. Der Einsatz von einem E·Bike hat der einen Einfluss auf deinen Erlebniswert, bzw. -empfinden beim Radfahren? 

Das eMountainbike vergrößert nochmal den Erlebniswert des Mountainbikens. Man kann das sehr gut vergleichen, wir haben selbst erfahren, wenn man mit einem normalen Mountainbike unterwegs ist braucht man in etwa vier Zeiteinheiten um den Berg hochzufahren, um eine Zeiteinheit den bergrunterzufahren. Und normalerweise fährt man die vier Zeiteinheiten auf einer Schotterpiste, wenn man schneller unterwegs ist kann man sich auch nicht mehr unterhalten. Beim eMountainbike fährt man zwei Zeiteinheiten hoch und eine Zeiteinheit bergab, aber, die zwei Zeiteinheiten machen auch Spaß. Ich fahre auf der Schotterpisten und kann mich unterhalten oder ich fahre einen Uphill Flow Trail und habe auch hoch zu den Spaß.

8. Was glaubst du wird die Zukunft im eBike Bereich bringen? Wird es mehr Strecken wie den Uphill Flow Trail geben?

Die Zukunft des Mountainbike Bereiches wird sein, dass wir mehr eBikes sehen. Warum? Nicht nur weil es Sinn macht, sondern auch Spaß. Die eBiker spüren auch, dass auch das hochfahren auf einmal Spaß machen kann und nicht nur das runterfahren. Insofern kann ich mir schon vorstellen, dass gerade in Mittelgebirgen, auch im Alpenraum immer mehr Menschen mit dem eMountainbike unterwegs sein werden. Und dann gehört auch dazu, dass sich Regionen bestimmte Konzepte überlegen mit Trailparks gebauten Flow Country Trails und das auch erweitern mit Uphill Flow Trails.

9. Ein wichtiges Thema ist auch die Geschwindgeit die dieser Trail hat. Er ist ausgelegt auf 25 km/h und ihr habt eine strikte Anti-Tuning-Kampagne. Wie lautet der Inhalt? Woher kommt das und mit welchen Maßnahmen geht ihr hier ran?

Die Fahrradhersteller und Systemlieferanten haben sich im Zweiradindustrieverband zusammengefunden und haben eine Selbstverpflichtung gegen Tuning Manipulation unterzeichnet und auch veröffentlicht. Denn Tuning hat beim eBike und eMountainbike nichts zu suchen. Und wir haben es heute gemerkt, wenn ein Trail gut gebaut ist braucht man nicht schneller als 25 km/h zu fahren. Das heißt man kommt dort gar nicht in die Abregelgeschwindigkeit, so das Tuning neben dem Unrecht auch einfach überhaupt keinen Sinn ergibt.


Interview: Stefan Schlie

1. Stefan, was bedeutet Flow für dich?

Flow ist ein individuelles Wohlgefühl. Im Grunde eine Komfortzone. Ein Fenster, das man sich vorstellen kann, wo die Unterforderung aufhört bis dahin wo die Überforderung anfängt. Das ist bei jedem Menschen anders. Und wenn man sich in diesem Fenster bewegt, dann hat man das Gefühl von Flow. Workflow, Flow auf den Bike, Skiern. Egal.

 2. Was ist dann Uphill Flow für dich?

Flow hat man in aller erster Linie bei abfahrtsorientierten Sportarten, aber jetzt gibt es eben auch die Möglichkeit diesen bergauf zu spüren. Wenn man davon ausgeht, dass man diese Komfortzone, von der ich eben gesprochen habe, in aller erster Linie durch Fahrtechnik und eigene Fähigkeiten vergrößern kann, dann gilt das natürlich beim eMountainbiken auch. Beim Uphill Flow kommen auch noch die Unterstützungsstufen hinzu. Durch diese bekommt man bis zu 300 Prozent auf seine eigene Kraft dazu, was in dem Moment die Überforderung beim Bergauffahren abstellt. Man ist nicht mehr so schnell überfordert wie beim normalen Bergauffahren. Im Gegenteil, es fällt einem leichter und deswegen kann man auf diesem Weg die Komfortzone vergrößern.

3. Was bedeutet die Kooperation mit Diddie Schneider für dich? Diese Umsetzung in den Uphill Flow Trail? Was ist vor allem auch die Idee dahinter?

Wenn man Flow hat, kann man sich in der Ruhe bewegen. Es gibt natürlich ein gewisses Konfliktpotenzial, wenn man sich überlegt, wer einem alles entgegenkommen kann, sowohl für die Leute die runter fahren, auch als für die Bergauffahrer. Wenn man jetzt ganz gezielt einen Trail baut, der bergauf geht, so dass man seine eigenen Fähigkeiten beim bergauffahren nutzen kann, um eben in dieser Komfortzone zu bleiben, dann ist das durchaus bahnbrechend. Dann ist das ein revolutionäres Konzept, für eMountainbiker einen Trail bergauf zu bauen. Und was ich ebenfalls sehr gut finde, dass dieses Konzept nicht einfach nur ein Trail ist, sondern dass das Ganze in verschiedene Strecken unterteilt werden soll, so dass jeder, nach seinen persönlichen Fähigkeiten auch eine besondere Flowzone findet und nicht überfordert, aber eben auch nicht unterfordert wird.

4. Wie ist dein Eindruck von der Strecke?

Also ich finde Diddie hat hier gute Arbeit geleistet. Es ist nicht einfach eine flowige Strecke zu bauen. Eine Strecke die für Jedermann kompatibel ist. Man hat zwar eine kleine Anlehnung an die Flow Country Konzepte, damit es eben massentauglich ist und jeder in der Lage ist hochzufahren. Die Art wie die Strecke gebaut ist, die Kurven, die Radien, die Abstände der Schikanen, wenn man es so nennen möchte, ist alles sehr sinnvoll umgesetzt und ich glaube, dass hier sehr viele Leute sehr viel Spaß und sehr viel Flow haben werden.

5. Was kann aus deiner Sicht der Performance CX von Bosch unter der Definition von Uphill Flow leisten?

Die Performance Line CX ist eigentlich das Paradebeispiel was ein Motor können muss. Man hat Features wie Maximum Momentum, das heißt wir haben wirklich 300 Prozent auf die Eigenkraft, die vom Ansprechverhalten sofort kommt, das heißt man hat auch wirklich ein organisches Fahrgefühl was man braucht, um auch die eigenen Fähigkeiten und die Kraftentfaltung auf den Trail zu bringen, so dass es sich wie echtes Fahrradfahren anfühlt. Eben mit mehr Kraft. Und die Performance Line CX macht das exzellent.

6. Hat der Einsatz des E-Bikes Einfluss auf dein Erleben und Empfinden beim Biken?

eBiken hat das Leben komplett verändert, denn man hat eine Art eierlegende Wollmilchsau. Die Erlebniswelt wird mehr. Wird größer. Man hat mehr Möglichkeiten. Man kann einfach Flow, Intensität, Koordination suchen man kann sich überlegen mit wenig Kraft irgendwo hochzufahren, um dann schön runterfahren zu können. Beim Runterfahren gibt man im Grunde nichts ab mit einem eBike. Viele Menschen denken, dass man bedingt durch das höhere Gewicht des eBikes Nachteile in der Abfahrt hat, was aber gar nicht der Fall ist. Sodass ich eigentlich ein Komplettpaket habe. Ich kann in einer hohen Intensität fahren, ich kann in einer geringen Intensität bergauffahren, ich kann technisch bergauffahren, ich kann koordinativ Bergauffahren ich kann egalisierend mit Freunden hochfahren. Das Gesamtpaket eines eMountainbikes ist unglaublich groß.

7. Was glaubst du? Wo liegt die Zukunft im eBike-Bereich? Was ist deine Vision für die nächsten Jahre?

Ich glaube, dass eMountainbike einen wesentlich höheren Stellenwert bekommen wird. Ich glaube, dass sich viele Leute in Zukunft genau überlegen werden, welche Fahrräder sie sich kaufen werden, weil man einfach mit dem eMountainbike ganz viele Möglichkeiten abdeckt. Ich kann trainieren, ich kann Spaß haben, ich kann regenerieren. Ich kann eigentlich alles machen.

Ich glaube das auf kurz oder lang Leute die auf einem eBike saßen erkennen, welchen Spaß das bringt und welche Vorteile. Ich glaube die Landschaft wird sich ändern.


Interview: Diddie Schneider

1. Was ist die Idee hinter dem Uphill Flow Trail?

Die Idee von dem Uphill Flow Trail ist, dass man eine Strecke baut, die speziell für eBikes entworfen ist und die Vorteile des eBikes spüren lässt. Deswegen gibt es in dem Uphill Flow Trail entsprechende Elemente, wie zum Beispiel Steilkurven oder auch kleine Tables, also Sprünge, die berghoch gehen. Das ist mal ein ganz neuer Aspekt. Dann Sektionen die ein bisschen steiler sind und normalerweise mit dem normalen Fahrrad nicht fahrbar sind. Das ist die Grundidee, dass man eine Strecke entwickelt, bei der der Unterschied zwischen einem normalen Bike und einem eBike deutlich wird. Grundsätzlich kann man es vergleichen mit dem Flow Country Trail, die Strecke soll auf jeden Fall Flow haben. Das Ziel ist, dass man mit einem richtigen dicken Grinsen oben an kommt.

2. An wen richtet sich die Strecke?

In erster Linie richtet sich die Strecke an den Durchschnittsfahrer, der einfach dieses Erlebnis eBike spüren will. Allerdings hat die Strecke Elemente, die für den sportlichen Fahrer interessant sind, da wird es technisch. Diese Passagen muss der normale Fahrer aber nicht fahren und kann wie im Flow Country schön flowig hoch fahren und derjenige, der es sportlich will, der nimmt dann die vorgesehenen Abzweigungen und auf diesen Lines, die etwas schwieriger und technischer sind, hat auch dieser Fahrer noch mehr Spaß.

 3. Wie ist es mit der Integration in den Bikepark. Was gibt es für Möglichkeiten des Bergabfahrens?

Wenn man bei der Strecke oben angekommen ist und sich richtig gut fühlt, weil man nicht Über- aber auch nicht Unterfordert war, sondern einfach Spaß gehabt hat, dann kann man eine von den Bergabstrecken wählen. Man kommt direkt da raus, wo die Downhillstrecke, der Flow Country Trail, Freeride oder Evil Eye im Bikepark bei uns beginnt. Man sucht sich eine Strecke aus, die dem Fahrkönnen entspricht und fährt dann wieder runter. Und wenn man unten wieder angekommen ist mit einem Grinsen, dann kann man gleich wieder hochfahren.

4. Es gibt Befürchtungen, dass diese eBike Strecke dafür sorgt, dass eBiker nur ausgesperrt werden oder ist das eine Kanalisation und Lenkung?

Ich halte die Strecke für ganz wichtig. Wahrscheinlich wird es zu Schwierigkeiten kommen, wenn der normale eBiker das Interesse hat, dass er Trails hochfahren will und dann anfängt auf den bestehenden Trails hochzufahren. Dann wird es zu Konflikten kommen. Und um dem vorzubeugen haben wir gesagt, dass wir eine spezielle Strecke bauen, die auch wirklich für den eBiker konzipiert ist. Er hat dabei eine Strecke, die auf seine Bedürfnisse abgestimmt ist. Auf dieser kann er dann hochfahren und kommt den normalen Biker nicht in die Quere oder umgekehrt.

5. Wie ist es vom Geschwindigkeitsfokus? Geht ihr auf ein normales eBike? Oder S·Pedelec? Wie schaut es da aus?

Wir wollen bei uns im Bikepark im Prinzip nur ganz normale eBikes, weil die Geschwindigkeit bis 25 km/ h aus unserer Sicht ausreichend ist, um auf dem Trail Spaß zu haben. Man kann ja auch schneller fahren, dabei braucht man aber ganz schön Schmackes in den Oberschenkeln. Grundsätzlich ist es im Bezug auf die Sicherheit sinnvoll, wenn es bei 25 km/h aufhört. Und das werden wir auch so handhaben.