Eine lange Heimreise 

10.000 Höhenmeter
per Bike

Der Weg von der italienischen Riviera zum Flumserberg kann ganz schön anstrengend sein. Vor allem, wenn der Fahrer unglaublich langsam fährt. Kurzum entscheidet sich Enduro-Profi René Wildhaber seine Rückreise auf zwei Rädern in Angriff zu nehmen.

Eine lange Heimreise 

10.000 Höhenmeter
per Bike

Der Weg von der italienischen Riviera zum Flumserberg kann ganz schön anstrengend sein. Vor allem, wenn der Fahrer unglaublich langsam fährt. Kurzum entscheidet sich Enduro-Profi René Wildhaber seine Rückreise auf zwei Rädern in Angriff zu nehmen.

Wie es dazu kam

Die Trails von Finale Ligure gehören zu René Wildhaber's Lieblingsspielplätzen. Die Enduro World Series an der italienischen Riviera begeistern ihn so sehr, dass er dafür sein Renn-Rentner-Dasein kurz unterbricht.

Der Sieg in der Masters-Kategorie ist dann das Sahnehäubchen, das der Geniesser vom Flumserberg gar nicht mehr unbedingt gebraucht hätte. Trotzdem freut sich natürlich auch der Altmeister über solche Erfolge. Alles perfekt also am Sonntagabend – wenn da nur der Heimweg nicht wäre.

Photo credit @balzweber

Gemütliche Heimreise – von wegen!

Denn am Steuer sitzt sein Mechaniker, Fotograf und Kumpel Urban Engel und der bewegt das Wohnmobil so gemütlich, wie es sich darin lebt. René ist ein geduldiger Mensch. Aber mit Urban über die Landstrasse zu ruckeln, während er längst wieder auf dem Bike sitzen könnte, das ist zu viel für ihn. „Urban, meinst du, du könntest wenigstens den Windschatten dieses Piaggio-Dreirads halten?“ fragte René auf dem Hinweg in einem Anflug von Verzweiflung. „Kannst ja mit dem Velo nachhause fahren, wenn es dir nicht passt“, entfährt es Urban. „Genau das werde ich“, beendet René die Diskussion.

Gemütliche Heimreise – von wegen!

Denn am Steuer sitzt sein Mechaniker, Fotograf und Kumpel Urban Engel und der bewegt das Wohnmobil so gemütlich, wie es sich darin lebt. René ist ein geduldiger Mensch. Aber mit Urban über die Landstrasse zu ruckeln, während er längst wieder auf dem Bike sitzen könnte, das ist zu viel für ihn. „Urban, meinst du, du könntest wenigstens den Windschatten dieses Piaggio-Dreirads halten?“ fragte René auf dem Hinweg in einem Anflug von Verzweiflung. „Kannst ja mit dem Velo nachhause fahren, wenn es dir nicht passt“, entfährt es Urban. „Genau das werde ich“, beendet René die Diskussion.

Gesagt, getan

René muss den Plan schon zuhause gefasst haben, denn im Camper hat er nicht nur das Slash für das Rennen verstaut, sondern auch das Madone und das Powerfly. Nach einem intensiven Rennwochenende und einer ebenso lebhaften Siegesfeier geht es nun um die Ehre. Rund 500 Kilometer sind es von Finale bis Flumserberg. René gegen Urban; Madone, Slash und Powerfly gegen das Wohnmobil. The Race is on!

Etappe 1:
Finale – Mailand – Splügenpass

Am Morgen nach dem Rennen bringt sich René mit einem Cappuccino auf Touren. Dann schwingt er sich auf sein Madone und verabschiedet sich nach Norden. René macht ordentlich Druck über den Pass, der die Küste von der Poebene trennt. In der Fläche hängt er sich in den Sog der Lastwagen, prescht mit bis zu 80 km/h über die Landstrasse. O-Ton René: „Das braucht ziemlich Nerven, aber mit einen so verwindungssteifen Rahmen, ist es kein Problem“. Als er nach gut 200 Kilometern auf dem Domplatz ausrollt, wälzen sich Urban und der Camper Van noch durch die Mailänder Innenstadt. Etappe 1 geht an René. Weiter geht’s mit dem Madone über den Splügenpass. René ist in Wettkampflaune kurbelt sich Kehre für Kehre hoch bis auf den 2115 Meter hohen Strassenübergang von Italien in die Schweiz. Es ist ein hartes Stück Arbeit, für René auf dem Roadbike und für Urban im Wohnmobil. Die 1800 Höhenmeter sind für den Motor eine Herausforderung und die unzähligen Kehren für die Arme des Chauffeurs. Auch auf dem Splügenpass kommt René vor Urban an. „Die Aussicht auf eine Portion Pizzoccheri hat mich angetrieben“, erklärt er seinen Temporitt.

Etappe 2:
Splügenpass – Ilanz

Nach einer Nacht im Freien darf René kurz sein Lieblings-Bike, das Slash ausführen. Auf der historischen Passstrasse, welche die Römer vor 2000 Jahren angelegt hatten, lässt er sich wachrütteln. Dann biegt er auf einen Singletrail ab und düst ins Bündnerland hinunter. Bei seinem Tempo wird auch der ruppige Wanderweg zum Flow Trail. Unebenheiten bügeln René und sein Slash einfach weg. Derweil gleitet das fahrende Ferienhaus in majestätischem Schritttempo die Kehren des Splügenpasses hinunter. René wie Urban sind in ihrem Element und treffen sich in Ilanz, wo René wieder das Bike wechselt.

Etappe 2:
Splügenpass – Ilanz

Nach einer Nacht im Freien darf René kurz sein Lieblings-Bike, das Slash ausführen. Auf der historischen Passstrasse, welche die Römer vor 2000 Jahren angelegt hatten, lässt er sich wachrütteln. Dann biegt er auf einen Singletrail ab und düst ins Bündnerland hinunter. Bei seinem Tempo wird auch der ruppige Wanderweg zum Flow Trail. Unebenheiten bügeln René und sein Slash einfach weg. Derweil gleitet das fahrende Ferienhaus in majestätischem Schritttempo die Kehren des Splügenpasses hinunter. René wie Urban sind in ihrem Element und treffen sich in Ilanz, wo René wieder das Bike wechselt.

Etappe 3:
Ilanz – Panixerpass – Flumserberg

Nun wird es knackig: Der Weg zum Panixerpass ist steil, sehr steil. Die 250 Watt der Performance Line CX helfen René und dem Powerfly, etwa 95 Prozent der Strecke zu fahren. Die Kunst besteht darin, die 75 NM Drehmoment auf den Boden zu bringen. „Ich musste den Rucksack am Bauch tragen, um mehr Gewicht nach vorne zu verlagern und das Vorderrad am Boden zu halten“, fachsimpelt René auf dem Pass angekommen. Die Nacht verbringt er in der Schutzhütte. Urban lässt sich währenddessen rheinabwärts durchs Bündnerland treiben.

Die Schlussetappe führt vom Panixerpass hinunter ins Glarner Sernftal und gleich wieder hinauf Richtung Flumserberg. René gibt dem Powerfly die Sporen, Urban geht aufs Ganze und prescht mit unglaublichen 81.4 km/h über die Autobahn. Zum Abschluss will René einen der Trails am Flumserberg fahren, die er mit-designt hat. Darum tritt er sein Powerfly nochmals ganz nach oben auf den Prodkamm und lässt es danach den „Red Fox“ und „Blue Salamander“ hinunter rauschen. Unten auf dem Parkplatz entsteigt ein entspannter Urban dem Wohnmobil. 500 Kilometer in seinem Tempo, ohne ungeduldigen Beifahrer, das passt. „Sagen wir unentschieden!" schlägt René vor und fährt fort: „Das war definitiv die kurzweiligste Rückfahrt aus Finale.“ Ob er im nächsten Jahr auch gleich auf den Bikes ans Meer radelt, steht noch nicht fest.

René Wildhaber – Enduroprofi

René ist in seinem Herzen Abenteurer. Es geht ihm vor allem um kleine Alltagsfluchten, die mit dem eMountainbike leicht zugänglich sind: mehr Gepäck, weniger Schweiß, großes Erlebnis.

René Wildhaber – Enduroprofi

René ist in seinem Herzen Abenteurer. Es geht ihm vor allem um kleine Alltagsfluchten, die mit dem eMountainbike leicht zugänglich sind: mehr Gepäck, weniger Schweiß, großes Erlebnis.